Kurzwanderung: Der Panoramaweg A5 über Remagen

Tach auch!

ausblick
Vom Drachenfelsen aus ins Rheintal gucken…

 

Am letzten Wochenende ging es mal kurzfristig an den Rhein ins Siebengebirge. Was soll ich sagen? Es muss nicht immer Spanien sein – Deutschland ist auch schön. Und mit der Drachenburg stand sogar eine der meistbesuchtesten Burgen Europas auf dem Programm. Zur Einstimmung ging es aber erst mal auf eine schöne 5,1 Kilometer lange Rundwanderung über Remagen. Es bot sich der „Panoramaweg A5“ an. Start und Ziel des „Panoramawegs A5“ über Remagen ist der Wanderparkplatz „Monte Klamotte“ an der Waldburgstraße (einfach bis oben folgen).

Besonderheiten: Judenfriedhof, schöne Ausblicke auf Sinzig, die Insel Nonnenwerth oder auch den Rolandsbogen, Waldlehrpfad
Länge: 5,1 Kilometer
Höhenmeter insgesamt: rund 295 Meter

Vom Wanderparkplatzernte aus folgen wir zu zweit dem kleinen A5-Schildchen. Rechts liegen Felder mit Aussiedlerhöfen im Hintergrund; wir bewegen uns jedoch an den Feldern entlang in den Wald hinein. Links verläuft ein Waldlehrpfad, dessen Schilder man bei Interesse studieren kann. Den ersten richtig beeindruckenden Punkt erreicht man mit Beginn des Waldrandes: Rechterhand liegt der „Alte Judenfriedhof„. Stille im Wald – so sollte „Ewige Ruhe“ wohl klingen. Nach Blätterrauschen und Vogelgesang. Wobei Letzterer hier sogar auszubleiben scheint. Es ist nicht bekannt, wann der Friedhof „Auf der Heide“, rund 2.500 Quadratmeter groß, entstanden ist. Erhalten sind bis heute rund 20 Grabsteine, auf deren Rückseite jeweils in Deutsch steht, wer dort begraben liegt. Sie stammen fast alle aus dem 19. Jahrhundert und sind in Ost-West-Richtung gelegen – gegen Jerusalem ausgerichtet. Für alle Zeiten unantastbar und der Natur überlassen – das bedeutet auch, dass die Gräber nicht mit Blumen oder dergleichen bestückt wurden. Lediglich ein Lebensbaum wurde wohl von Hand gepflanzt. Alles andere entstand von selbst. Sehr beruhigend, dieser Ort. Es geht weiter durch den Laub- und Nadelmischwald Richtung Reisberg. Zwischendurch bietet sich ein unverhofft ein schöner Blick auf Sinzig, das weitere Rheintal bis hin zu huepferAndernacher Pforte. Hübsch. Und eine Bank für ne kleine Pause steht hier auch. 🙂 Bald stoßen wir auf Wiesen mit immer wieder schönen Ausblicken auf die umliegenden Örtchen, einen Steinbruch, den Rhein und mehr. Es riecht nach Sommer, nach Feldarbeiten, nach Entspannung – und abgesehen von einem Trecker gibt’s keine Geräusche, die auf Zivilisation hindeuten würden. Herrlich. Tiere freuen sich über die Kraft der Sonne, die uns Menschen dagegen beim erklimmen der kleinen Hügel schon eher zu schaffen macht. Bald nach den hübschen Feldern geht’s zunächst bergab, dann wieder bergauf in Richtung „Haus Hohenlinden“. Die ehemalige stationäre Jugendhilfeeinrichtung mit dem „Phönix-Haus“ diente zum Beispiel dazu, junge Menschen nach einem Psychiatrieaufenthalt zu stabilisieren und eine Rückkehr in deren Familien vorzubereiten und zu begleiten. Geschlossen wurde sie im Jahr 2014 (ich mag „Lost Places“, daher hab ich mal ein wenig nachgelesen). Vor dem Haus rechts folgen wir dem Weg unbeirrt weiter, zurück in den stillen Wald mit seinem Lehrpfad und den vielen Ruhebänken und Tischen. Eine kurze Pause noch, dann sind wir wieder am Parkplatz. Die kleine Ruhe hat sich gelohnt und macht Lust auf mehr.Tipp für alle, die auch auf „Lost Places“ stehen und die Tour um ein paar Minuten verlängern möchten: Folgt nicht sofort dem Panoramaweg A5, sondern wandert erst in die entgegengesetzte Richtung (Rheinburgenweg). Hier kommt bald die „Waldburg“ in Sicht, von der ich bei dieser Wanderung leider noch nichts wusste. Über Bilder des 1898 entstandenen und 1970 geschlossenen Gebäudes (muss ein Hotel gewesen sein) würde ich mich freuen. Es verfällt wohl derzeit mächtig – aber das hat seinen Charme, schätze ich.

ruenie
Das Rolandbogen ist der letzte verbliebene Teil der ehemaligen Rolandsburg. Heute befindet sich hier das Standesamt der Stadt. Im angeschlossenen Lokal kann man (teuer) essen. Aber die Aussicht ist fantastisch.

Viel Spaß in dieser Ecke!

Weitere Rundwanderungen in dieser Ecke findet ihr auf der Seite des Verschönerungsvereins Remagen unter folgender Adresse:
http://www.verschoenerungsverein-remagen.de/wanderwege.html .

Übernachten kann man übrigens super auf dem Campingplatz „Siebengebirgsblick“ in Rolandwerth, gut 7 bis 8 km vom Ausgangspunkt dieser Wanderung entfernt. Er liegt direkt am Rhein, man hat einen tollen Blick auf den Drachenfels und die Drachenburg, die des Nachts angeleuchtet werden. Die sanitären Anlagen sind sauber und absolut ok. Der Platz liegt angenehm ruhig, es gibt Spielwiesen und einen tollen Biergarten. Wanderer ohne Auto kommen immer problemlos auf der Zeltwiese unter. Der Biergarten bietet auch Leckereien wie Flammkuchen. Abends werden dort die Bäume bunt angestrahlt, man kann Liegen in Beschlag nehmen und manchmal sogar der Live-Musik lauschen (dieses Glück hatten wir zufällig). Pro Person mit Zelt hat uns eine Übernachtung 9 Euro gekostet. Mehr Infos gibt’s online hier: www.siebengebirgsblick.de.
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